Sachbücher für Kinder und Jugendliche


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Judith S. Kestenberg / Vivienne Koorland
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Als Eure Großeltern jung waren: Mit Kindern über den Holocaust sprechen. Mit einem Nachwort von Judith S. Kestenberg „Warum und wie sollen wir Kleinkindern von der Nazizeit erzählen“
Reinhold Krämer Verlag, 2. Aufl. Hamburg 1998; (Erstausg. 1993)
71 S.; Nur noch gebraucht erhältlich

Deutschland ist schön und die Deutschen sind gute Menschen, die mit ihren Nachbarn befreundet sind. Dann wird ein Mann, der Hitler heißt, ihr Führer. Dieser Mann will alles für sich haben. Er bereitet den Krieg vor und befiehlt, kranke und fremd erscheinende Menschen zu verachten. Viele Deutsche fürchten sich vor Hitler, aber viele lieben und gehorchen ihm. Jüdische Kinder und ihre Eltern werden sehr schlecht behandelt und alles wird ihnen verboten. Verfolgt werden auch alle, die Hitler nicht gehorchten. Es gibt Menschen, die Juden versteckten, aber nicht genug, um alle zu retten. Die meisten Juden kommen in schreckliche Lager, müssen schwer arbeiten und werden dann ermordet. Viele deutsche Menschen sterben im Krieg. Als dann Frieden ist, sind die geretteten jüdischen Kinder sehr traurig, weil sie ihre Eltern, Geschwister und Großeltern nicht finden, die Nazis haben sie getötet. Die Deutschen haben wenig zu essen, weil Hitler ihr ganzes Geld gebraucht hat, um Krieg zu führen.
Heute schämen sich viele Deutsche, dass in ihrem Land so viel Schlechtes getan wurde. Es leben jetzt Juden, Polen, Russen, Türken in Deutschland und ihre Kinder gehen mit deutschen Kindern in die Schule. Aber es gibt auch dumme, böse Menschen, die „raus, raus“ schreien und wieder fremde Menschen vertreiben wollen. Die letzte Seite zeigt, wie Kinder miteinander spielen, die Hände hochhalten und sagen: „Wir sind alle Freunde“.Die Psychoanalytikerin Dr. Judith S. Kestenberg schreibt in dem Nachwort: „Wenn wir wirklich Kriege verhindern wollen, wenn wir vermeiden wollen, fremde Menschen zu verachten und anzugreifen, dann müssen wir den Kindern die Wahrheit sagen - so früh wie möglich." Im Text werden nur Worte gebraucht, die kleine Kinder kennen. Die Zeichnungen sind sehr einfach gehalten. Alles, was der Text enthält, ist auch abgebildet. Das Buch sollte mehrere Male vorgelesen werden, Kinder können dann über das Mitgeteilte nachdenken und weitere Fragen stellen. Ab 3 Jahren

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Weiss, Alexia/ Großekettler, Friederike
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Dinah und Levi - Wie jüdische Kinder leben und feiern.
Betz, 2011
29 S.; 12,956 €

Dieses Mal trifft nicht ein nichtjüdisches Kind ein jüdisches, sonder ein Kind nicht observanter Eltern auf ein Kind aus einem orthodoxen Haushalt und das ist ein großartiges Setting. Dinahs Familie geht nur zu den Hohen Feiertagen in die Synagoge, Levis Familie beachtet dagegen alle Feiertage und so erleben die jungen Leser (oder diejenigen, denen vorgelesen wird, ab 4 Jahren) in dem Buch von Alexia Weiss und der Illustratorin Friederike Großkettler die Feiertage und jüdischen Alltag aus erster Hand. Nicht einmal wertend in die eine oder andere Richtung. Die Illustrationen sind großartig und erinnern an die Bilder, wie man sie in altersgerechten Schul- und Vorschulbüchern sehen kann. Ein kleiner Anhang erklärt einige Begriffe detaillierter (allerdings recht knapp).
»Dinah und Levi: Wie jüdische Kinder leben und feiern« führt ans Judentum heran oder zeigt Kindern, dass jüdischer Alltag nichts ungewöhnliches ist und wie andere jüdische Kinder leben. Nichtjüdische Kinder und Erwachsene haben ebenfalls die Möglichkeit, etwas über das Judentum zu lernen und erfahren zugleich, dass nicht alle Juden ihren Alltag in gleicher Art und Weise gestalten. Wer Kinder hat und gerne mal ein jüdisches Buch über das Judentum hätte (sogar noch in deutscher Sprache), hat jetzt eines. In diesem Bilderbuch erfahren die Leser aus jüdischer Perspektive, wie zwei Familien ihr jüdisches Leben führen, wie unterschiedlich das sein kann und wo sich ihre Lebenswelten berühren. Erzählt wird vom Alltag und von der Vorbereitung und Gestaltung der Feiertage. (siehe --> Chajms Sicht, 29.02.2012) Ab 4 Jahren

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Damon, Emma
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Gott, Allah, Buddha - Und woran glaubst du?
Bilderbuch
Gabriel Verlag im Thienemann Verlag, Stuttgart/Wien 2002
18 S.; 9,90 €

Jede Religion (Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus, Sikhs) wird von einem Kind repräsentiert. Mit einem Aufklappen erhält jedes der Kinder das zu ihm gehörige religiöse Symbol. Die nächste Doppelseite zeigt die unterschiedlichen Kleidungsstücke und Kopfbedeckungen; dann werden die einzelnen Gotteshäuser mit ihren Namen vorgestellt. Und noch einmal geklappt, springen die Innenräume der Gotteshäuser (Synagoge, Kirche, Moschee, Gurdwara, Vihara) mit den typischen Kultgegenständen aus dem Buch heraus, wobei jeder Gegenstand erklärt wird. Schließlich können die kleinen Leser ihre Buchfreunde, die alle in einer Straße wohnen, bei einem wichtigen religiösen Ritual zu Hause besuchen.
Dies ist nicht nur ein Pop-up-Buch, sondern es ist auch bei allem inhaltlichen Ernst ein poppiges Buch. Doch die Kinder können und sollen auch die Frage aus dem Untertitel beantworten: Und woran glaubst du? Sie lernen hier spielerisch die eigenen und die ihnen unbekannten Religionen kennen, sehen Unterschiede und Gemeinsamkeiten.
Dieser kleine Religionsführer für Kinder vermittelt in einfachen Worten etwas über das Leben und die Riten der Christen, Juden Muslime, Buddhisten und Hindus. Ab 4 Jahren

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Weinhold, Angela
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Wieso? Weshalb? Warum? Unsere Religionen.
Ravensburger Buchverlag; Auflage: Neuauflage. (1. Mai 2011)
18 S.; 12,95 €

Dieser Band widmet sich dem großen Thema: Unsere Religionen. Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam werden für Kinder ab vier Jahren einleuchtend erklärt.
In bewährter Weise wird das Titelthema in großem Format, mit vielen bunten, anschaulichen Bildern und knappen, gut verständlichen Texten erklärt, beschrieben und detailliert dargeboten. Und natürlich dürfen auch die unzähligen Klappen und Türchen nicht fehlen, hinter denen es weiteres Wissen und noch mehr Interessantes zu entdecken gibt.
Fragen über Fragen, die alle beantwortet werden in diesem hervorragenden Pappbuch, das so robust verarbeitet ist, dass es selbst bei häufigem Durchschmökern nicht kaputt zu bekommen ist. Und für nimmersatte Religionsforscher gibt es am Ende noch ein Wörterbuch, in dem die wichtigsten Begriffe noch einmal erklärt werden. Ein rundherum gelungenes Buch, das die kindliche Neugier weckt und mit der richtigen Menge an Informationen dazu anregt, andere Glaubensrichtungen kennen und verstehen zu lernen. Ab 4 Jahren

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Barnabas und Anabel Kindersley / UNICEF
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Kinder aus aller Welt.
Loewe Verlag, 2. Aufl. Bindlach 1996
79 S., 9,95 €

Die Autoren haben 31 Länder besucht und Kinder aus den unterschiedlichen Kulturkreisen kennen gelernt. In der Heimat der Kinder haben sie ein kleines Fotostudio aufgebaut, und die Kinder erzählen von ihrer Familie, den Freunden, der Schule und Freizeit und ihren besonderen Vorlieben. Die Kinder der Welt, von der Arktis bis Äquator, von Südamerika bis Südostasien, machen im Grunde alle dasselbe. Sie alle spielen gern Ball und Verstecken, gehen zur Schule, haben Angst vor einem Krieg, machen sich Sorgen um die Umwelt und wünschen sich Frieden.
Wir begegnen Kindern aus kleinen Dörfern und aus riesigen Städten, aus kalten, schneereichen Ländern und aus den heißen Tropen. Wir erfahren, was sie essen, was sie anziehen, wie sie wohnen, wie sie spielen und was sie glauben. Wir lernen ihren Alltag kennen, ihre Hoffnungen, Ängsten und Träume. Und dabei entdecken wir, wie viel diese Kinder gemeinsam haben - auch mit den Kindern bei uns in Deutschland. Ab 8 Jahren

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Tahar Ben Jelloun
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Papa, was ist ein Fremder? - Gespräch mit meiner Tochter
Rowohlt Verlag, Berlin 1999; rororo 21145; Franz. Originalausg. 1998
112 S.; 7,95 €

Der bekannte Schriftsteller Tahar Ben Jelloun spricht mit seiner zehnjährigen Tochter über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und erklärt ihr in einfachen Worten die Bedeutung von Kolonialismus, Diskriminierung, Ghetto, Apartheid, Antisemitismus und Völkermord. Der Vater gibt seiner Tochter keine schnellen, oberflächigen Antworten. Manche Fragen bleiben offen, neue kommen hinzu. „Heißt das, ein Rassist und Ausländerfeind kann andere Sprachen lieben und lernen, weil er sie für seine Arbeit oder seine Hobbys braucht, aber er kann gleichzeitig die Völker verachten, die diese Sprache sprechen. Er kann sich zum Beispiel weigern, einem ausländischen Studenten ein Zimmer zu vermieten, und gleichzeitig mit Vorliebe in asiatischen Restaurants essen. Ein solcher Fremdenfeind sieht in allem, was sich zu sehr von ihm unterscheidet, eine Bedrohung."
Das Buch ist ein kindgerechtes Plädoyer gegen den Hass und für die Achtung vor dem Anderen. Ab 10 Jahren

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Helga Weissová
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Zeichne, was Du siehst - Zeichnungen eines Kindes aus Theresienstadt
Mit einem Nachwort von Astrid Schmetterling
Insel Verlag, Frankfurt/M / Leipzig 2001; TB 2756; Erstausg. 1998
168 S.; 18,00 €

Am 10. Dezember 1941 wurde die zwölfjährige Helga Weissová aus Prag nach Theresienstadt deportiert. „Zeichne, was Du siehst!" sagte ihr Vater, nachdem sie ihm ein selbstgemaltes Bild in die Männerkaserne geschmuggelt hatte. Helga zeichnete und dokumentierte den Alltag der Menschen im Ghetto.
1944 wurden Helga Weissová und ihre Mutter nach Auschwitz deportiert, drei Tage nach ihrem Vater. Ein Onkel konnte die Zeichnungen und Notizen verstecken. Mit ihrer Mutter überlebte Helga Weissová den Holocaust und kehrte nach der Befreiung nach Prag zurück, wo sie an der Kunsthochschule studierte. Von den 12 000 Kindern, die nach Theresienstadt und später nach Auschwitz verschleppt wurden, haben nur etwa 100 überlebt.
In diesem Buch wird eine Auswahl von 57 Zeichnungen aus Theresienstadt gezeigt, ergänzt um 6 Bilder, die Helga Weissová unmittelbar nach der Befreiung malte, und die ihre Erlebnisse in Auschwitz, Freiberg und Mauthausen festhalten. Helga Weissová war in das Elend des Lageralltags eingebunden und blieb trotzdem eine distanzierte Beobachterin. Sie zeichnete die alltäglichen Szenen dieser abgeschlossenen Welt, aber auch die Zukunftsträume und Erinnerungen eines Kindes. Ab 12 Jahren

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Annette Wieviorka
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Mama, was ist Auschwitz?
Aus dem Französischen von Manfred Flügge
Ullstein Verlag, München 2000
96 S.; Nur noch gebraucht erhältlich ab 2,20 €

Wie will man einem jungen Mädchen vermitteln, dass die Nazis all ihre Energie aufboten, um Millionen Menschen zu ermorden, nur weil sie Juden waren? Mit diesem Problem sieht sich Annette Wieviorka konfrontiert, als ihre 13-jährige Tochter sie nach dem Schicksal einer jüdischen Freundin fragt. Mutter und Tochter sprechen über Antisemitismus, über die Vernichtung der Juden, über das Warschauer Ghetto, über die Frage nach der Schuld und die Pflicht zur Erinnerung. Ein 13-jähriges Mädchen stellt Fragen, und die Mutter beantwortet sie - klug, ehrlich und gewissenhaft. Ein Buch, dass berührt, betroffen macht, viele Antworten gibt und trotzdem weiterhin nach dem Warum fragen lässt, am Ende bleibt der Glaube an die Macht des Erinnerns und die Einsicht der Menschen. Die Autorin, Professorin am Nationalen Forschungszentrum für Wissenschaft in Paris, hat für junge Leser ein informatives Geschichtsbuch der etwas anderen Art geschrieben. Ab 12 Jahren